Interview YU-Taekwondo Franchise-Manager

Würdest du gerne dein eigenes Business starten, weißt aber nicht wo du beginnen sollst? Suchst du nach Ideen und Inspirationen? Bist du vielleicht sogar sportlich interessiert? Dann bist du hier genau richtig. Denn heute bekommst du einen tiefen Einblick in das erfolgreiche Business-Modell von YU-Taekwondo und wie du, als Franchisenehmer von einem wachsenden und dynamischen Sportunternehmen profitieren kannst.

In diesem Interview befragt YU-Taekwondo Marketing-Manager Mark Anderle unseren Franchise-Manager Christoph Nowotny zu den Themen Franchise, Business und der Zukunft des Unternehmens. Diese Folge kannst du dir natürlich auch auf unserem Podcast anhören. Den Link zum Podcast findest du nach dem nächsten Absatz. Los geht’s!

Mark: Wie war dein Weg zu YU-Taekwondo?

Christoph: Ich habe mein erstes Probetraining gehabt, als ich sieben Jahre alt war und bin seitdem bei YU-Taekwondo. Das war vor ungefähr 17 Jahren. Jetzt habe ich bereits den 2. DAN, das ist der zweite Schwarzgurt, und leite auch meine eigene YU-Taekwondo-Schule im zweiten Bezirk in Wien. Seit zwei Jahren bin ich Franchise-Manager und bin dafür zuständig, dass sich unser Franchise-System entwickelt.

Wie kann man sich ein Kindertraining vorstellen. Legst du hier als Trainer mehr Wert auf das Körperliche oder das Mentale oder versuchst du den Kindern eine gute Mischung aus beidem zu vermitteln?

Da ich schon so lange Taekwondo mache und mich dieser Sport durch jede Lebenslage begleitet hat, habe ich ein gutes Verständnis für meine Schüler entwickelt. Ich kann, sowohl die Herausforderungen der ganz jungen Schüler, als auch die der älteren nachvollziehen, weil ich das selber durchlaufen habe. Bei mir liegt der Fokus ganz klar auf der Persönlichkeitsentwicklung. Man sieht es mir vielleicht nicht an, aber ich war als Kind sehr introvertiert und habe oft zum Weinen begonnen, wenn man nur meinen Namen erwähnt hat. Am Anfang war ich auch im Taekwondo Training verschreckt, doch mit der Zeit hat mir der Sport und das Umfeld dabei geholfen mein Selbstbewusstsein gesund aufzubauen, diszipliniert zu sein und meine Persönlichkeit zu entwickeln. Taekwondo hat mir auch Ausdauer beigebracht, also die Fähigkeit schwierige Phasen durchzustehen. Genau das versuche ich den Kids im Training weiterzugeben. Ich kann zum Beispiel einem Kind zeigen, wie man einen gewissen Bewegungsablauf ausführt und diesen anderen lehrt. So entwickeln die Kinder Führungskompetenzen im jungen Alter.

Jetzt nimmst du all das Wissen und gibst es auch an unsere Franchise-Kunden weiter. Warum würdest du sagen eignet sich YU-Taekwondo besonders gut als Kampfkunst- aber auch als Franchise-System? Warum nicht Jiu-Jitsu oder Krav Maga, oder vielleicht gleich ein normales Fitness-Center?

Was Taekwondo für mich am meisten heraushebt ist das es einfach gut aussieht. Die Kicks sind wunderschön und ich bekomme zusätzlich noch ein Ganzkörpertraining, das mich hoffentlich ins hohe Alter fit halten wird. Ich merke jetzt schon den Unterschied, wenn ich manche Menschen sehe, die den ganzen Tag im Büro sitzen und sich danach auch nicht viel mehr bewegen. Die haben im relativ jungen Alter bereits Beschwerden, wo ich noch ohne Probleme herumspringen kann. Taekwondo beinhaltet alle Aspekte eines ganzheitlichen Trainings, angefangen von Beweglichkeit, über Koordination, bis hin zur Dehnung. Das Beste daran ist, dass es einen Riesenspaß macht und wenn man beim Training so viel Spaß hat, dass man es nicht mehr als Training empfindet, dann hat man etwas Besonderes gefunden und für mich ist das Taekwondo.

Um auf die Kampfsportfrage einzugehen, möchte ich an dieser Stelle den Unterschied zwischen Kampfkunst und Kampfsport erklären. Die Kampfkunst hat, im Gegensatz zum Kampfsport, eine Philosophie dahinter. Bei uns im YU-TKD sind das zum Beispiel Tugenden und Werte, wie z.B. Respekt, Ordnung, Toleranz, usw., die jedem vermittelt werden und das hat dann natürlich positive Auswirkungen, auch außerhalb des Dojangs (koreanisch für „formelle Trainingshalle“). Das Ziel der Kampfkunst ist es auch eben Harmonie zu schaffen und die Welt zu verbessern. Ein gutes Beispiel dafür sind unsere modernen Studios, welche riesige Fenster haben, sodass der Raum hell und freundlich wirkt und die Schüler gerne zum Training kommen. Wir haben die Kampfkunst sozusagen aus den feuchten und stickigen Kellern der Stadt an die Oberfläche geholt.  Jetzt trainieren wir in 28 Standorten in Wien, Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark.

Nach 28 Eröffnungen haben wir etliche Prozesse probiert und immer wieder neu definiert, sodass die Eröffnung eines neuen Standortes bereits Routine für uns ist. Natürlich ist das ein kontinuierlicher Prozess, an dem wir wachsen. Wir haben jetzt einen Punkt erreicht, wo wir das Wachstum der YU-Marke von alleine nicht mehr stemmen können. Deswegen haben wir all die Prozesse zusammengefasst und in ein Franchise-System gepackt.

Dass du Schulleiter und Franchise-Manager bist, hast du uns schon verraten. Wie bist du zu dieser Position gekommen bzw. wie passt dein Profil zu den Anforderungen eines Franchise-Managers?

Also, wie schon gesagt bin ich seit 17 Jahren im Unternehmen und bin mit dem YU-Taekwondo mitgewachsen und kenne mittlerweile wirklich jedes Eck. Ich kenne die Herausforderungen, die wir haben und auch unsere Stärken. Hinzu kommt, dass ich mir in meinem BWL-Studium viel betriebswirtschaftliches Wissen angeeignet habe und dieses auch ins Unternehmen und in unser Franchise Projekt einbringe. Diese zwei Dinge in Kombination sind der Grund warum diese Position, wie gemacht für mich ist. Natürlich wurde ich hier nicht ins kalte Wasser gestoßen, sondern habe einige Mentoren und Partner, welche mich unterstützen und von denen ich immer wieder Neues dazulerne.

Das klingt als ob du wirklich eingespannt wärest. Wie sieht es bei dir aus mit Work-Life Balance? Hast du überhaupt noch Freizeit?

Ich muss gleich vorwegsagen, dass mir arbeiten viel Spaß macht. Ich sehe das Taekwondo-Training, die Leitung meiner Schule und die Arbeit als Franchise-Manager eigentlich als meine Freizeit. Das Taekwondo macht mir einfach so viel Spaß und ich kann mir nichts Besseres vorstellen, als z.B. einem Kind das Taekwondo beizubringen. Diese Konstellation ist schon sehr erfüllend für mich.

Ansonsten bin ich ein großer Naturfreund und bin gerne in den Bergen, entweder Schifahren, Wandern oder jegliche Art von Alpinsport machen. Das ist meine österreichische Seite. Ich bin aber auch halber Thailänder und genieße alles was mit Wasser, Sonne und Strand zu tun hat. Außerdem bin ich musikalisch sehr interessiert und spiele gerne Gitarre und nehme zurzeit sogar Gesangsunterricht.

Was sind deine Ziele für das Unternehmen?

Wir arbeiten momentan YU-Taekwondo in den Westen Österreichs zu bringen. Linz und Salzburg haben sehr viel Potenzial und dann sind wir auch schon in Deutschland und danach folgt die Schweiz. Wir sehen uns eigentlich in der gesamten DACH-Region wachsen. Darüber hinaus gibt es noch keine Pläne aber wo ein Wille ist, da ist auch bekanntlich ein Weg.

Wie funktioniert das mit den Gurtprüfungen? Muss ein Prüfling für seine Gurtprüfung nach Wien anreisen oder organisieren Franchisenehmer diese Events selber?

Für eine Gurtprüfung kann ein Schüler natürlich nach Wien anreisen und die Prüfung in einem unserer Hauptstudios ablegen. Wir haben aber auch die Möglichkeit einen Schwarzgurt-Trainer in ein Gebiet zu schicken, damit dieser dort die Prüfungen abhält. Wenn der Franchise-Partner einen Trainer hat, der den Schwarzgurt trägt oder er selber ein TKD-Schwarzgurt ist, kann er die Prüfungen natürlich auch selber abhalten.

Das klingt schon sehr interessant, denn die Vision ist erfolgsversprechend. Was aber, sind nun die ersten Schritte, die man machen muss, damit das Franchise-System auch erfolgreich wird?

Diesen Prozess haben wir schon relativ detailliert auf unserer Webseite www.yu-franchise.com ausgearbeitet. Da findet man viele Informationen zum System und auch die ersten 10 Schritte, die wir mit einem neuen Franchise-Partner gehen würden. Der 10. Schritt wäre dann die Eröffnung der Filiale. Der wichtigste Schritt in meinen Augen ist das Kennenlerngespräch, denn da stellt sich heraus ob es zu einer Partnerschaft kommt. Keine Sorge, man muss jetzt kein Profisportler sein oder selbst einen schwarzen Gürtel in Taekwondo haben, um hier in Frage zu kommen. Eine gewisse Affinität zum Sport und der Branche sollte natürlich schon vorhanden sein. Ich sehe oft zwei Persönlichkeitstypen, die als Franchisenehmer gut zu uns passen würden. Der erste Typ ist eben jemand der gerne Sport macht und seiner Filiale sozusagen aus sportlicher Leidenschaft führt und selber die meisten Trainings mitmacht oder abhält. Der zweite Typ ist ganz klar der/die Unternehmer/in, der die Filialen managt und das Unternehmen skaliert. Ein Mix aus beiden Persönlichkeiten ist wohl optimal und da können wir sehr gut das fehlende Know-How, ob in der Kampfkunst oder im Business, weitergeben.

Wenn die Kooperation nun für beide Seiten passt, wie lange dauern diese 10 Schritte in etwa? Also vom ersten Gespräch zur Eröffnung?

Das kommt auf die Person an. Bei uns bekommst du eine volle Ausbildung was das Taekwondo sowie den betriebswirtschaftlichen Teil angeht. Wenn jemand schon bestehendes Wissen in einem oder in beiden Bereichen hat, verkürzt sich die Zeit natürlich. Das ist aber keine Voraussetzung für uns, es zählt hauptsächlich die Motivation etwas Eigenes aufzubauen. Die ist dann letztendlich ausschlaggebend dafür, wie viel Zeit benötigt wird, um die erste Filiale zu eröffnen. Ich denke da ein Zeitfenster von sechs Monaten bis anderthalb Jahren.

Was sollte ein potenzieller Franchisenehmer noch für Qualitäten mitbringen?

Was sicherlich wichtig bei diesem Beruf ist, dass man gerne unter Menschen ist. Eine Affinität dem Verkauf gegenüber ist auch wertvoll. Ich sage bewusst Affinität und nicht Wissen oder Erfahrung, denn einer motivierten Person kann alles viel leichter beigebracht werden, als vielleicht jemandem der bereits Erfahrung hat aber nicht bereit ist zu lernen. Vom Typ her, sollte die Person ein „Macher“ sein. Also, jemand der Dinge gerne umsetzt und im Prozess dazulernt. Dazu gehört auch eine Portion Offenheit dazu.

Was sind die Franchise Ziele für nächstes Jahr?

Im Jahr 2023 wollen wir 10 Plätze belegen. Also 10 Franchisenehmer werden sozusagen betreut und mit den denen arbeiten wir gemeinsam an der Eröffnung ihrer Filialen. Darüber hinaus möchten wir, wie schon gesagt, ins Ausland expandieren. Wir bauen gerade auch ein Trainingszentrum in Thailand, in Koh Samui und werden dort auch in nächster Zukunft Camps und Trainings abhalten.

Das ist ein richtig tolles Projekt und ich freue mich, wenn wir all das so umsetzen können. Vielen Dank für das Gespräch, Christoph.

Vielen Dank, Mark.

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