Dr. YU im Interview

Der Antrieb für den Erfolg von Dr. YU

Interview Emanuel Trif vom Investment Talk mit Dr. Andreas Held (alias Dr. YU)

Was ist die treibende Kraft hinter dem Erfolg von Dr. YU bzw. YU-Taekwondo?

 Wie hat Dr. Andreas Held (Großmeister im Taekwondo) es geschafft in Österreich bereits 30 Standorte aufzubauen und wie sehen seine Zukunftspläne aus?

Im Interview mit Emanuel Trif vom Investment Talk erzählt Dr. Andreas Held von seinem Werdegang und beantworte viele Fragen, die besonders Unternehmer, aber auch Investoren interessieren.

Am Anfang stand die Idee

Aus einer Idee in den 90ern wurde YU-Taekwondo, aber das war alles gar nicht so einfach, denn ich bin in einem kleinen Dorf in Bayern aufgewachsen. Schon als Kind habe ich mich immer für Sport begeistert, vom Laufen bis hin zum Fußballspielen. In der Jugend spielte ich bereits in der höchsten bayerischen Fußball-Liga. Irgendwann kam dann die Frage, was ich in der Zukunft machen wollte.

Studium. Ich wolle Psychologie oder Sozialpädagogik studieren, aber letztendlich wählte ich Sportwissenschaften. Trotzdem habe ich mich in den anderen Bereichen über die Jahre weitergebildet, Kurse besucht und kann in meiner Tätigkeit auf diese Fähigkeiten zurückgreifen. Das Studium habe ich bereits nach 3 ½ Jahren beendet und war als gut bezahlter Sportlehrer tätig. Schon bald aber wurde aus dem schönen Job Routine und mir fehlten die Herausforderungen und neue Chancen. Mit 28 Jahren entschied ich mich dann für die Selbständigkeit.

Taekwondo – von der Nische zur Bekanntheit

Glaub mir, Taekwondo war Anfang der 90er Jahre noch ziemlich unbekannt – vor allem dort, wo ich herkam. Bayern – da dominiert der Fußball. Erst langsam gab es die ersten Vereine bzw. Schulen, die Taekwondo unterrichteten. Mein Interesse war geweckt und ich begann bereits 1992 mit dem traditionellen Taekwondo.

„Taekwondo kannst du bis zum Lebensende machen. Es fördert die Beweglichkeit, Ausdauer, Kraft und die körperliche Koordination.“

Promoviert habe ich zum Thema „Taekwondo“ und die Dissertation erschien kurz darauf als mein erstes Buch.

Wien – Geburtsstätte von YOUNG-UNG Taekwondo

Mein Ziel war es, Taekwondo so vielen Menschen wie möglich zugängig zu machen. Gleichzeitig wollte ich auch Bayern verlassen und in einem anderen Land meine Taekwondo-Schule aufbauen. Meine Wahl fiel auf Wien und so eröffnete ich 2003 meine erste Taekwondo-Schule und nannte mein System YOUNG-UNG Taekwondo, ab 2021 YU-Taekwondo. Woher der Name kommt? Es ist die koreanische Übersetzung von „Held“. 

Innerhalb der Komfortzone kann man nicht viel erreichen. Erst außerhalb entfaltet sich das Potenzial, das in einem steckt. Das Umfeld will aber meistens, dass du dich nicht veränderst, dass du in dieser Komfortzone bleibst. Aber oft hast du dann dieses Bauchgefühl, dass die in eine neue Richtung drängt, dir neue Impulse gibt. Genauso war es bei mir. Diese Neuorientierung als ich vom Fußball hin zum Taekwondo ging. Später kam die örtliche Veränderung und ich zog von München, wo meine Freunde und Familie war, nach Wien. 

Vom Selbständigen zum Unternehmer

Obwohl die erste Schule ziemlich rasch mit Teilnehmer füllte, war es gar nicht so einfach als Selbständiger die Firma aufzubauen, alles zu organisieren und zu bewerben. Erst nach einiger Zeit konnte ich die ersten Leute anstellen, weitere Standorte eröffnen und somit zum Unternehmer werden. Es war ein Prozess mit vielen Problemen und manchen Fehlern. Aber ich sehe dies nur als Feedback, als Information, um es beim nächsten Mal besser zu machen.

Langsam sind wir auf ca. 30 Standorte, die alle unter meiner Obhut stehen, angewachsen. Ich habe das Gefühl, mit jedem Standort und mit jeder Herausforderung bin ich als Unternehmer gewachsen.

Marketing

Nichts ist wichtiger für den Erfolg eines Unternehmens (wenn das Produkt passt) als ein gutes Marketing. Je mehr Aufmerksamkeit du bekommst, desto besser. Sofort nach der Eröffnung der ersten Schule habe ich mit der Werbung begonnen und persönlich Flyer verteilt.

Ich hatte den Mut maximal in die Sichtbarkeit zu gehen, habe Kontakte zu den Medien geknüpft, bei Veranstaltungen Taekwondo präsentiert, Kooperationen mit Schulen und Vereinen gesucht. Dieses persönliche Engagement war der Schlüssel, dass die erste Schule schnell mit Teilnehmern gefüllt und somit finanziell erfolgreich wurde.

Umsetzungsgeschwindigkeit

Wer mich kennt, weiß, dass ich ziemlich schnell in der Umsetzung bin. Das ist vielleicht nicht für jede Branche hilfreich, aber es hat mir geholfen in kürzester Zeit zu wachsen und Geld zu verdienen. Natürlich lernt man so auch schneller, wenn etwas nicht erfolgreich ist und kann es dementsprechend anpassen. 

Es gibt so viele Möglichkeiten, aber man muss sich dafür entscheiden und dann umsetzen. Ein Grund, warum ich die 30 Standorte erreicht habe, ist sicherlich, dass ich Chancen erkannt, evaluiert und die notwendigen Schritte schnell unternommen habe. 

Unternehmer-Mindset

Am Anfang – die ersten Jahre – musste ich als Selbständiger auf einiges verzichten, um meinen Traum einer erfolgreichen Taekwondo-Schule Realität werden zu lassen. Ich habe das Training, das Marketing, auch die wenig geliebt Buchhaltung und anfangs auch die Reinigung des Standortes gemacht. Wenn 100 Teilnehmer trainieren, dann muss man täglich für die Reinigung sorgen. All dies gehört dazu und formt den Unternehmer, denn ohne dieses Mindset, ohne das Verständnis wäre ich nie in der Lage gewesen 30 Standorte zu schaffen und zu leiten.

Aus dem ersten Standort, der bis zu 550 Teilnehmer hatte, entstand der Gedanke eine weiter Schule unter meinem Namen zu eröffnen. Diese Vorgehensweise war extrem unüblich und es gab viele Stimmen, die dagegen waren. Wie soll das funktionieren? Es funktionierte und ab 2006 eröffneten wir einen Standort nach dem anderen. So wurde aus dem einen Standort 30 YU-Taekwondo-Schulen. Erst die Pandemie bremste unsere Expansion etwas ein. Gleichzeitig haben wir unser Online-Angebot gestartet und gepusht und konnten dadurch diese Krisenzeit gut überstehen.

Offen für Neues – Social Media

Seit 2016 haben wir begonnen neue Wege zu gehen und Taekwondo mehr über digitale Kanäle zu vermarkten. Viele Ideen wurden mir von meinen Mitarbeitern herangetragen, die sich in den einzelnen Bereichen gut auskannten. Da habe ich gemerkt, wenn du erfolgreich sein willst, dann brauchst du – ab einer bestimmten Größe – ein Team um dich, dass sich auf die einzelnen Teilbereiche spezialisiert. Ich kann (und will auch gar nicht) all diese Bereiche abdecken. 

Am Anfang habe ich als Selbständiger natürlich jeden notwendigen Bereich des Geschäfts gemacht, aber um zu wachsen, muss man delegieren und Fachleute anstellen. Ich selbst verbringe nicht viel Zeit auf Facebook & Co, aber ich koordiniere mit meinem Team die Themen, den Stil usw. Alleine hätte ich gar nicht die Zeit Taekwondo zu unterrichten, Standorte aufzubauen, das Unternehmen zu leiten, die Marketingaktionen inklusive all der unterschiedlichen Social Media Plattformen zu betreiben. Unmöglich.

Offen für Neues sein und gleichzeitig Ideen schnell umsetzen ist wichtig, um in der heutigen Zeit erfolgreich bestehen zu können.

Franchise – der nächste Schritt

Die Frage war, wie kann das Unternehmen noch weiter wachsen? Wie kann ich mein Ziel noch effektiver in die Tat umsetzen? Die Lösung liegt im Franchise-System.

Ein großer Vorteil von Franchise ist, dass der Franchisenehmer sich all die Fehler, die ich beim Aufbau der Firma gemacht habe, sparen kann. Er kann auf mein Know-how, auf die langjährige Erfahrung des Unternehmens zurückgreifen und spart dadurch enorm viel Zeit und auch viel Geld. Als Unternehmer bezahlt man oft sehr viel Lehrgeld.

90% der Unternehmer, die im Franchise starten bleiben in der Selbständigkeit und das unterstreicht den Vorteil vom Franchise.

Wir haben unser Franchise aufgebaut und mit dem ersten Franchisenehmer gestartet. Damit hat das Unternehmen den nächsten Schritt in Richtung Zukunft getan. 

Zusammenfassung

Letztendlich jongliere ich 4 Hüte. Ich bin Großmeister, Sportwissenschaftler, Unternehmer und Familienvater von 4 Kindern. Oft ist das eine große Herausforderung und manchmal bedarf es auch eines persönlichen Verzichts. Zum Beispiel mache ich das Training am Sonntag, da ich an diesem Tag die meisten Teilnehmer erreiche und ich weiterhin meine Vision „möglichst viele Menschen durch Taekwondo glücklicher, gesünder und zufriedener zu machen“ leben kann.

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